Geschichte Zyperns

Die Geschichte der Insel Zypern

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Republik Zypern 1960 - 1974

Au?enpolitisch versuchte Mak?rios Zypern aus der wirtschaftlichen und politischen Abh?ngigkeit zu l?sen und baute diplomatische Beziehungen zu den Staaten des Ostblocks und den arabischen L?nder auf. Er war ein Anh?nger der blockfreien Bewegung.

Innenpolitisch verfolgte er jedoch die "Politik des Erreichbaren"; und da ihm die Realisierung der Enosis nur langfristig erreichbar schien, erw?gte er eine Verfassungs?nderung, wobei er das Londoner Abkommen, das er als "ung?ltig" bezeichnete, missachtete. Am 4. September 1962 verk?ndete er "Solange diese kleine t?rkische Gemeinschaft, die einen Teil der t?rkischen Rasse, dem schrecklichsten Feind des Hellenismus, bildet, nicht vertrieben worden ist, k?nnen die Pflichten der EOKA-Heroen nicht als beendet betrachtet werden".

Bez?glich des Regierungsapparates erwies sich das Londoner Abkommen in der Praxis als zu kompliziert, da z. B. die gesetzgeberische Arbeit bei bestimmten Abstimmungen unm?glich gemacht wurde. Mak?rios wollte das festgelegte Verh?ltnis bei der ?mterbesetzung ?ndern, bis dato hatten die t?rkischen Zyprioten 30% bis 40% Anteil, er wollte dies auf 18% reduzieren.

Am 12. Dezember 1963 brachen blutige Unruhen auf der Insel aus, die sich innerhalb weniger Wochen zum B?rgerkrieg steigerten. Eine 10.000 Mann starke griechische Privatarmee, die mit Makarios Einverst?ndnis gegr?ndet worden war, begann in Kooperation mit griechisch-zypriotischen Polizeieinheiten t?rkisch-zypriotische H?user zu beschie?en, auszupl?ndern und zu zerst?ren. Eine Gruppe t?rkisch-zypriotischer Sch?ler wurde vor einem Gymnasium beschossen, alle t?rkischen Patienten des Zentralkrankenhauses in Nikosia wurden verschleppt. Die t?rkischen Zyprioten flohen in Enklaven, die von der griechisch-zypriotischen Regierung wirtschaftlich v?llig isoliert wurden, da Mak?rios den Befehl gab, die Enklavenbildung zu verhindern.

Als die griechische Seite den einzigen t?rkischen Nachschubhafen Erenk?y einzunehmen versuchte, schritt am 8. und 9. August 1964 die t?rkische Luftwaffe ein. Gro?britannien machte von seinem Recht als Garantiemacht Gebrauch und entsendete Truppen nach Nikosia, die Frieden stiften sollten. Allerdings zogen britische Offiziere mit einem gr?nen Stift eine Waffenstillstandslinie auf einer Karte quer durch die Hauptstadt. Diese "green linie" dehnte sich ab 1974 ?ber die ganze Insel aus (auf einer L?nge von 180 km). 1964 glaubte Mak?rios noch an eine milit?rische L?sung des Problems.

Am 4. M?rz 1964 landetet die UNO-Friedenstruppe UNFICYP auf Befehl des UNO Sicherheitsrates f?r voraussichtlich 3 Monate auf der Insel. Allerdings ist sie bis heute dort stationiert.

Im Juli 1964 schlugen die USA Griechenland und der Türkei den Acheson-Plan vor, der eine Teilung Zyperns und den Anschluss der jeweiligen Teile an Griechenland und die Türkei vorsah. Das Interesse der USA lag darin, Zypern als eigenst?ndigen Staat zu liquidieren, da es nicht wie Griechenland und die Türkei Mitglied der NATO war und auch mit Russland "flirtete".

Mak?rios und Gr?vas, der im Juni 1964 aus dem Athener Exil auf die Insel zur?ckkehrte und das Kommando ?ber die Freisch?rler hatte, waren nur an einer gewaltsamen L?sung interessiert. 1964 trugen Nikos Sampson und Ioannides dem Ethnarchen den Akritas-Plan vor: "...hier ist mein Plan, die t?rkischen Zyprioten auf der Insel anzugreifen und sie zu eliminieren, bis zum letzten Mann" (P. Oberling, The Cyprus Tragedy).

1967 kam in Athen mit Hilfe des US-amerikanischen CIA eine Milit?rjunta durch einen Putsch an die Macht und in Griechenland wurde eine Diktatur errichtet. Daraufhin ?nderte Mak?rios seinen politischen Kurs und lie? von Enosis als Nahziel ab, denn er wollte Zypern nicht mit der griechischen Diktatur vereinen. Der Athener Junta war er deshalb und auf Grund seiner "blockfreien" Haltung ein Dorn im Auge. Im September 1971 formierte sich die Junta neu und gr?ndete die EOKA B, wieder unter dem Kommando Gr?vas. Anfang der 70er Jahre scheiterten zwei Attentatversuche der Junta gegen Mak?rios. Als sich im November 1973 die t?rkischen und griechischen Zyprioten in Verfassungsfragen zu einigen schienen, glaubte die Junta, h?rter durchgreifen zu m?ssen und ein Putsch r?ckte immer n?her. Am 6. Juni 1974 forderte Mak?rios Griechenland in einem Brief auf, alle Verbindungsoffiziere innerhalb eines Monats von der Insel abzuziehen und ?u?erte darin auch seine menschliche Abscheu gegen die Diktatoren. Am 15. Juli 1974 putschten die EOKA B und festlandgriechische Verbindungsoffiziere der zypriotischen Nationalgarde, der Pr?sidentenpalast wurde dabei fast vollkommen zerst?rt. Mak?rios gelang in letzter Minute die Flucht und er wurde von einer britischen Milit?rmaschine ?ber Malta nach London und dann nach New York gebracht.

Die Junta setzte den ber?chtigten Killer Nikos Sampson als neuen Pr?sidenten ein, der eigentlich nur eine Marionette des Milit?rs war. Er und seine Helfershelfer waren aber so sehr in den B?rgerkrieg verstrickt, dass seine Pr?sidentschaft schon nach 8 Tagen endete, Gl?skos Kler?des wurde sein Nachfolger. Da Gro?britannien nicht intervenierte, berief sich Ankara auf sein Recht als Garantiemacht, niedergelegt in Artikel 3 des Londoner Abkommens und schickte am 20. Juli 1974 Truppen nach Zypern, der Einmarsch war mit ein Grund f?r den Untergang der Milit?rjunta in Athen, Konstantin Karamanlis wurde neuer griechischer Premierminister. Im Gegenzug besetzten die griechisch-zypriotischen Truppen alle t?rkisch-zypriotischen Enklaven und internierten 65.000 t?rkische Zyprioten.

B?lent Ecevit schlug bei Verhandlungen in London vor, den t?rkischen Zyprioten 6 autonome Distrikte oder Kantone zuzuteilen, das h?tte eine Teilung der Insel verhindert und den t?rkischen Zyprioten ca. 38% der Inselfl?che zugesprochen. Die griechischen Vertreter wollten allerdings eine Vertagung um 36 Stunden, dies wurde von Ecevit abgelehnt und er gab den Befehl zu einer zweiten milit?rischen Operation vom 14. bis 16. August 1974. Als die t?rkischen Truppen ihren Vormarsch stoppten, hatten sie 37% Zyperns eingenommen und die Teilung der Insel wurde Realit?t.

Am 1. November 1974 wird in der UN-Resolution 3212 das Recht beider Volksgruppen, ?ber ihre eigene Verfassung k?nftig selber zu entscheiden, betont.

In Verhandlungen unter der F?hrung des damaligen UN-Generalsekret?rs Kurt Waldheim kam es zu einem Bev?lkerungsaustausch: 180.000 griechische Zyprioten siedelten in den S?den, 45.000 t?rkische Zyprioten in den Norden ?ber. Im Dezember 1974 kehrte Mak?rios als s?dzypriotischer Pr?sident zur?ck und versuchte bis zu seinem Tod am 3. August 1977 die Türkei zum Abzug ihrer Truppen zu bewegen.

Als Garantiemacht kann die Türkei die Insel allerdings erst verlassen, wenn die Sicherheit der t?rkischen Zyprioten absolut gew?hrleistet ist.

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Türkische Republik Nordzypern