Geschichte Zyperns

Die Geschichte der Insel Zypern

zurück « Übersicht

Türkische Republik Nordzypern von 1974 bis heute

Nachdem die green linie die Insel trennte, begann in den beiden Teilen eine unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung. Der griechische Süden erlebte einen Wirtschaftsaufschwung durch großzügige internationale Kredite. Da der Norden auf heftiges Drängen der griechischen Seite international boykottiert wurde und nur einen winzigen Bruchteil der Hilfsgelder erhielt, war kein Kapital für den Neuanfang vorhanden. Ganz anders im griechischen Süden, durch den Ausbruch des Bürgerkrieges im Libanon 1975 verlegten die dort ansässigen Banken und Offshore-Unternehmen ihren Sitz in das nahegelegene, sichere Südzypern und lockte somit auch neue Investoren an. Der Norden wurde nur von der Türkei anerkannt und die muss immer noch über 50% des nordzypriotischen Staatshaushaltes tragen. Durch die außenpolitische Isolation blieb dem Norden auch der internationale Absatzmarkt verschlossen, was sich 1994 noch verstärkte.

Am 30. Juli 1974 unterzeichneten die Außenminister des Vereinigten Königreiches, der Türkei und Griechenlands in Genf ein Abkommen, in dem die Anwesenden die Existenz zweier autonomer Staaten auf Zypern anerkennt. Am 1. November 1974 wird in der UN Resolution 3212 beiden Volksgruppen das Recht zugesprochen, über die jeweilige künftige Verfassung selber zu entscheiden. Am 13. Februar 1975 proklamierte Rauf Denktas, der Führer der türkisch-zypriotischen Volksgruppe, den "Türkischen Bundesstaat von Zypern", dessen Verfassung am 8. Juni 1975 mit Berufung auf die UN Resolution 3212 verabschiedet wurde. Um friedlich mit den Inselgriechen leben zu können, befürworteten die Zyperntürken eine bizonale und bikommunale Föderation, die auf politischer Gleichberechtigung basieren sollte. Das starrsinnige Bestreben der griechischen Zyprioten, die Überlegenheit auf der Insel zu erhalten, führte zum Scheitern vieler Verhandlungen. Am 20. Juni 1975 wurde Denktas mit 76% der Stimmen zum Präsidenten des Bundesstaates gewählt, seine Partei UBP erhielt 30 von 40 Sitzen im Parlament. Am 3. August 1977 stirbt Makários, Spíros Kyprianoú wurde neuer Staatspräsident von Südzypern und Bischof Chrisóstomos Erzbischof der Inselgriechen.

Als sich die griechischen Zyprioten 1983 an die UN wandten, wo sich die türkischen Zyprioten nicht gerecht verteidigen konnten, wurden die Verhandlungen abgebrochen und die Inseltürken machten von ihrem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch und proklamierten am 15. November 1983 die Türkische Republik Nordzypern, die international nicht anerkannt wird. Nur die Türkei tritt dem neuen Staat mit Anerkennung gegenüber. In der Unabhängigkeitserklärung verdeutlichten die türkischen Zyprioten nochmals ihren guten Willen und schlossen darin wieder die bizonale und bikommunale Föderation nicht aus. Die neue Verfassung wurde im Mai 1985 per Volksabstimmung angenommen. Dadurch dass die Verfassung den anatolischen Neusiedlern sofortiges Wahlrecht zusprach, konnte sich der inzwischen parteilose Denktas mit ihrer Hilfe die Wiederwahl sichern. Das Bemühen eine Lösung der Zypernfrage zu finden blieb erfolglos; es wurde sogar durch das Verhalten des Südens erschwert. Als am 4. Juli 1990 die griechischen Zyprioten sich um Aufnahme in der EU bewarben, kündigte die Türkei an, den Norden im Falle der Aufnahme von Verhandlungen zwischen EU und dem Süden, den Norden de jure zu annektieren und zur türkischen Provinz zu machen. 1997 riskierte der Süden mit der geplanten Stationierung von russischen Raketen auf der Insel wieder einmal die Verhandlungen mit der Türkei, denn die Reichweite dieser Raketen erstreckte sich bis in festlandtürkisches Gebiet. Nur durch massiven internationalen Druck konnte die Stationierung verhindert werden.

Heute ist der griechische Teil der Insel Mitglied der EU und die Türkische Republik Nordzypern leidet immer noch an den Embargos des Westens! Sie wird nur von der Türkei als Staat anerkannt.

zurück « Übersicht


Türkische Republik Nordzypern